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Ein Schultag, wie er in der Aktiven Schule aussehen könnte (nach dem Vorbild der Freien Aktiven Schule Kempten) Nimmt man sich einen Tag Zeit, so kann man Kinder beobachten, die beständig aktiv sind, die allein, zu zweit oder in selbstgewählten altersgemischten Gruppen arbeiten. Scheinbar selbstverständlich, entspannt, aber mit innerem Ernst eignen sich diese Mädchen und Jungen die Kulturtechniken und andere Kompetenzen an, ohne dass sie Erwachsene dazu auffordern oder motivieren. Spürbar ist die friedliche und entspannte Atmosphäre, in der Erwachsene und Kinder miteinander umgehen. Hier versuchen alle Beteiligten, Schule mit einer Grundhaltung geprägt von Respekt und Wertschätzung, zu leben.
Dahinter steht eine einfache pädagogische Konzeption, die in ihren Grundzügen Maria Montessori bereits vor 100 Jahren entworfen hat. Kinder sind von Geburt an mit einem vielfältigen inneren Potential ausgestattet. Wenn die Erwachsenen den Kindern mit Liebe und Achtsamkeit begegnen und ihnen Schutz geben, können sie in einer entsprechend vorbereiteten Umgebung ihre Fähigkeiten entwickeln. Die kindlichen Grundbedürfnisse sind vielfältig und eindeutig: sie wollen angenommen und geliebt werden, sie wollen durch feste Regeln und Grenzen vor ungeeigneten Erfahrungen geschützt werden, sie wollen sich frei und ungelenkt bewegen, sie wollen beständig ihren inneren Impulsen folgend lernen und neue Erfahrungen machen, sie wollen Schritt für Schritt unabhängig werden.
 Inneres Lernen Gesunde Lern- und Entwicklungsschritte können Kinder machen, wenn sie einerseits die Möglichkeit haben, frei zu entscheiden, was für sie gerade dran ist: Das wird "inneres Lernen" genannt. Andererseits brauchen Kinder die absolute Sicherheit, in einem geschützten und strukturierten Raum arbeiten und leben zu können. Die Lernbegleiter der Aktiven Schule versuchen auch zusammen mit den Kindern die vorbereitete Umgebung so zu gestaltet, dass das Kind auf den verschiedenen Ebenen angesprochen wird und gleichzeitig auch die Impulse die vom Kind ausgehen berücksichtigt werden.  Wie erlebt ein Kind einen ganz normalen Schultag in der Aktiven Schule?
Entsprechend einer genau festgelegten Tagesstruktur kommen die Kinder zwischen 8:00 und 8:30 Uhr während der offenen Eingangsphase in der Schule an und werden von dem/der Lernbegleiter/in begrüßt. Erste Kontakte, ein kleiner Plausch, meist wissen die Kinder schon, was sie wollen: ein gemeinsames Spiel, eine erste Mathe-Aufgabe oder erst einmal gemütlich Brotzeit machen. 
Die Lernbereiche
Ab 9:00 Uhr ist Freiarbeitszeit. Eine vielfältig vorbereitete Umgebung steht den Kinder zur Verfügung. Es gibt Lernbereiche für Mathematik und Deutsch, Experimentierräume, Werkstätten für Ton, Holz und einen Kunsthandwerklichen/musischen Bereich sowie eine Küche. Ein wichtiger Schwerpunkt an der Aktiven Schule ist die Möglichkeit, sich frei zu bewegen. Dafür stehen ein Außengelände und ein Bewegungsraum zur Verfügung. Aus dieser unterschiedlichen Vielfalt wählen die Kinder, wo sie sich aufhalten wollen. Dadurch finden die Kinder allmählich zu ihrem eigenen Rhythmus und lernen, soziale Kontakte zu knüpfen. Wichtig ist, dass sie nur an Orten sein und arbeiten können, wo ein Lernbegleiter oder eine Lernbergleiter/in ist, der oder die dies begleiten kann. Parallel zur Freiarbeitszeit wird abwechselnd ein Lernbegleiter mit Muttersprache Englisch oder Spanisch anwesend sein. In kleinen Gruppen haben die Kinder die Möglichkeit in die jeweilige Sprache auf ganz natürliche Weise einzutauchen.
Versammlungen
Täglich um 8:30 Uhr ist die Zeit des Morgenkreises: Die Kinder berichten von Erlebnissen, zeigen Dinge, die ihnen wichtig sind, geben Anregungen zu neuen Themenbereichen. Hier reden die Kindern über ihr Tagesvorhaben und besprechen beabsichtigte gemeinsame Aktivitäten wie z. B. Kurse, Projekte oder spezielle Angebote. Sie können über eventuell entstandene Konflikte sprechen und gemeinsam nach Lösungen hierfür suchen. Am Freitag von 13:00 bis 13:30 gibt es die Vollversammlung mit allen Schülern und Erwachsenen Bei diesen Versammlungen werden Arbeiten der Woche und Projekte vorgestellt, Referate gehalten, Hausregeln besprochen, neue Regeln aufgestellt, diskutiert und verändert, Abstimmungen vorbereitet, Exkursionen angekündigt und geplant. Hier werden Grundhaltungen und Handlungsweisen des demokratischen Verständnisses gelebt. Die Teilnahme an den fest verankerten Versammlung ist für alle Pflicht. So nach und nach wird die Gesprächsleitung von Kinder übernommen; Disziplin und Aufmerksamkeit in solchen Kreisen bewegen sich oftmals auf hohem Niveau.

Kurse und Projekte
Die Zeit von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr ist die Angebotszeit. An der zentralen Infotafel erfahren die Kinder, welche Kurse, Angebote und Projekte laufen und welche Werkstätten geöffnet haben. Es gibt keine Verpflichtung, sich für eine Sache zu entscheiden; wer will, kann weiter frei arbeiten. Die Lehrer stehen bereit, um zu unterstützen, nicht aber, um in den Entscheidungsprozess einzugreifen oder von außen zu motivieren.
Verpflegung
Vormittags haben die Kinder die Möglichkeit zwischen 8:00 und 10:00 nach ihren Bedürfnissen alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen einen kleinen Imbiss einzunehmen. An drei Tagen in der Woche gibt es Mittagessen für alle. Die Tischdienste – auch dies ist Pflicht für alle – richten die Tische her und räumen die Tische ab. An manchen Tagen bereiten die Kinder das Essen selbst zu. Am „Draussentag“ freuen sich die Kinder über die von zuhause mitgebrachte Brotzeit.
Abschluss
Von Montag bis Donnerstag ist von 14:30 bis 15:00 die Abschlusszeit, die Kinder räumen ihren Arbeitsplatz auf und gehen nach Hause. Am Freitag von 12:00 bis 13:30 Uhr ist die Zeit der Raumpflege. Die Kinder übernehmen hier das Aufräumen und Staubsaugen der Klassenräume und der Werkstätten. Obwohl so ein Tag lang und vielfältig aber auch anstrengend sein kann, kommen am Ende der offiziellen Zeit immer wieder Kinder zu uns und beschweren sich. „Oh, ist es schon aus? Warum können wir nicht länger bleiben?“ So etwas können nur Kinder sagen, die einen erfüllten Tag voller Aktivitäten, innerer und äußerer Bewegung und befriedigender Erlebnisse leben konnten.
In der Aktiven Schule wollen sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche in einer Haltung der Würde und gegenseitiger Anerkennung begegnen. Dieses entspannte Klima und die positiven sozialen Bindungen begünstigen beziehungsweise ermöglichen erst Lernprozesse, die von innen gesteuert und damit echt und anhaltend sind. In der Aktiven Schule begreifen die Kinder inwendig – anstatt Inhalte auswendig zu lernen.
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